© Ramona Maser

Über mich

"Ich mache Zwischentöne sichtbar. Mit Asche.

Das Gewaltige zieht mich an.

Ein starker Kontrast.
Eine große Geste.
Eine klare Haltung.

Doch was mich wirklich fesselt, sind die Zwischentöne.

Die kleinen Unterschiede.

Die leisen Übergänge.

Das, was erst sichtbar wird, wenn ich näher komme.

Und es sind die Zwischentöne, die am Ende die Qualität meiner Aufmerksamkeit verändern.


Diese Erfahrung zieht sich durch mein Leben.."

VITA

Mücke Gautzsch

Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Ostfriesland direkt am Deich. 

Studium: Theaterwissenschaft/Germanistik/Pädagogik in Erlangen.

Einmal durch Deutschland und inzwischen seit vielen Jahren in München zuhause.


Nach dem Studium hat mich die Aufbruchsstimmung im Radio mitgerissen und für einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren zur ‚Frau vom Radio‘ gemacht.


Anfangs vorm Mikro, dann viele Jahren im Hintergrund in der Vermarktung und im Management – immer aber im Austausch mit vielen Menschen, vielen Geschichten und vielen Meinungen – dabei habe ich gelernt:


Auf den ersten Blick wirken viele Dinge eindeutig.

Menschen.

Meinungen.

Konflikte.

Doch je länger ich zuhöre, desto mehr verändern sich die Konturen.

Plötzlich werden die Zwischentöne sichtbar.

Die Erfahrungen hinter einer Haltung.

Die Sehnsucht hinter einer Überzeugung.

Die Geschichte hinter einer Meinung.

Und genau das interessiert mich bis heute.

Nicht das Offensichtliche.

Sondern das, was dahinter liegt.


Und deshalb mache ich Zwischentöne sichtbar.
Mit Asche.


Die Zwischentöne in meinem Leben

Mein Zuhause Ostfriesland ist...

auf den ersten Blick ein starker klarer Kontrast:

Weit.

Flach.

Klar.

Ein Horizont, der sich über die komplette Landschaft wölbt.

Mich zieht diese Klarheit in ihrer archaischen Reduktion immer wieder an.


Aber direkt nach diesem gewaltigen Eindruck kommen die überraschenden Zwischentöne dieser Landschaft. 


Das Watt.

Das Moor.

Die Geest.

Die Marsch.

In den feinen Übergängen zwischen Wasser und Land.

Zwischen Ebbe und Flut.

Zwischen Himmel und Erde.

Und je länger ich hinschaue, desto mehr entdecke ich.

Und je mehr ich entdecke, desto faszinierter bin ich.



Mehr als 30 Jahre im Radio

Anfangs am Mikrofon.

Später in Vermarktung und Management.

Immer mit Menschen.

Mit ihren Geschichten und Perspektiven.

Ihren Hoffnungen, Ängsten, Überzeugungen.

Und oft auch mit ihren Widersprüchen.

Auf den ersten Blick begegnen mir Meinungen.

Klare Positionen und  Haltungen.

Manchmal sogar scheinbar unvereinbare Gegensätze.

Doch je länger ich zuhöre, desto mehr verändern sich die Konturen.

Plötzlich tauchen Zwischentöne auf.

Erfahrungen, Frustrationen, Verletzungen.

Sehnsüchte.


Wahrheiten, die hinter einer Meinung stehen.

Und die oft viel spannender sind als die Meinung selbst.

Wie langweilig wird dann der vorhersehbare Schlagabtausch.
Und wie spannend der ehrliche Dialog.

Im Radio ging es immer darum, genau hinzuhören:

Ein verdammt gutes Medium für Zwischentöne.

Aber das Auge isst mit. Wie also die Zwischentöne visualisieren? 
Ich habe mich für Asche entschieden.



ASH ART - Meine Kunst


Der Kontrast zieht mich an.

Deshalb dürfen meine Bilder präsent sein.

Sie dürfen ein Statement setzen.

Doch ihre eigentliche Geschichte beginnt danach.

Dann, wenn ich näher komme.

Wenn sich der Kontrast öffnet und zur Landschaft wird.

Wenn Spuren sichtbar werden.

Übergänge. Texturen. Schichten.

Leise Nuancen.

Die kleinen Facetten, die vorher verborgen waren.

Deshalb arbeite ich mit Asche.

Ein Material voller Überraschungen.

Von weitem wirkt sie oft einheitlich und wenig farbig.

Aus der Nähe offenbart sie eine erstaunliche Vielfalt an organischen Farbtönen, Strukturen und Schichtungen.

Fast so, als würde sie sich gegen den ersten Eindruck wehren.

Genau das fasziniert mich.

Meine Bilder ziehen ihre Kraft aus dem Kontrast.

Ihre Tiefe entsteht in den Zwischentönen.

Und je länger ich hinschaue, desto mehr entdecke ich.

Ich mache Zwischentöne sichtbar. Mit Asche.


Viele meiner Bilder sind abstrakte Landschaften - und die meisten haben ostfriesische Wurzeln.
Die Weite, die Horizonte und die unglaublichen Zwischentöne einer Landschaft, die häufig zu unrecht als sehr eindimensional beschrieben wird. Kaum ein Himmel mit so viel Facetten, ein Wasser mit so unterschiedlichen Stimmungen und eine Erde mit so monumentaler Kraft.



 

WARUM MUT ZUR MÜCKE?


Weil mich der 'Mut zur Lücke' schon immer gereizt hat.
Dieser Mut, es anders zu machen.

Nicht bunter.

Nicht gefälliger.

Nicht dekorativer.

Sondern anders:

Leise.
Roh.
Reduziert.
Archaisch. 

Aber auch komplex und irritierend.

Und am Ende ist es der Mut, das scheinbar Unvereinbare zusammen zubringen.


JA, da ist die Sehnsucht nach Unmittelbarkeit. 
JA, die Welt ist komplex.

Und: JA, meine Kunst bringt das zusammen.